Die Zyklen von Bauen und Geld im Wechsel der Jahre

Die Zyklen von Bauen und Geld im Wechsel der Jahre
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Die Zyklen von Bauen und Geld im Wechsel der Jahre

02.01.2014

Das Jahr 2013 ist gelaufen. Und in 2014 eröffnen sich abermals neue Wege. Eine gefühlte Zeitenwende mit dem Wissenden von Gestern und dem Hoffenden für Morgen. Aus den oft zufällig geprägten Lebenswegen entstehen unsere realen Lebensläufe. Dabei wird einem klar, dass „das Leben vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden wird“. Rückblickend erscheint uns Vieles logisch. Als hätte es solcherart geschehen müssen. Ein gefährlicher „Rückschaufehler“, weil wir so an Vorhersagen der Zukunft glauben und damit falsche Entscheidungen treffen. Und wir fallen immer wieder auf diesen Denkfehler rein.

Vor 12 Monaten haben die witterungsabhängig Bauenden nichts vom langen Winter, dem regenreichen Frühjahr und der Jahrhundertflut im Frühsommer 2013 gewusst. Ebenso wenig vom herrlichen Sommer, dem Orkantief Xaver und dem Bauen bis Weihnachten. Ein Jahr zuvor waren da die Baustellen schon in Frost und Schnee versunken. Soviel zur Vorhersage.

Und so wie das Wetter sind auch die Gefühle der Menschen. Unberechenbar folgen sie den Launen der Natur und Psyche. Kaufentscheidungen werden im Bauch gefällt. Das Gehirn hat nur ein „Vetorecht“. Menschliche Gefühle kontra den Verstand prägen den Einkauf. Und das Bindeglied zum Verkauf ist das Geld. Kaufen und Verkaufen sind die zwei Seiten der Münzen im Markt. Aber was passiert, wenn man das Geld immer billiger leihen kann. Die Gemüter werden befeuert. Für das Jahr 2013 bescherte es uns einen Kaufrausch. Es war ein Jahr niedriger Zinsen, steigender Mieten und einer „Flucht in Betongeld“. So konnte es nach der Flut und einem schönen Sommer im Bau nur aufwärts gehen. Im Herbst stiegen die Auftragseingänge und wohl dem, der kein Bauherr war. Kommt das billige Geld uns noch teuer zu stehen? Wann folgt der wohlfeilen Geldtrunkenheit der schwarze Kater?

Vor 12 Jahren folgte dem Rausch am „Neuen Markt“ die Katerstimmung. New Economy stand für webbasierte Dienste. Eine Goldgräberstimmung in einer Internetblase, die zur Geldvernichtung führte. Nach der Euphorie kam die Ernüchterung. Schuld war nicht das Internet, sondern das Spekulieren auf die Dotcom-Unternehmen. Danach begann die solide Arbeit und heute ist das Internet allgegenwärtig. Der Austausch von Informationen zwischen Computern wurde mit den Smartphone mobil. Ein goldenes Informationszeitalter scheint rückblickend zwingend. Aber „die Spinne spinnt, in heimlichen Geweben“. Das Wissen im Internet ist so grandios, wie verderblich. Stets werden Strom- und Kommunikationsleitungen gebraucht. Das Zukünftige ist nicht so linear wie das Vergangene uns vortäuscht. Vor uns liegen Wege voller Zufälle. Und so schnell wie die Bilderpixel kommen, sind die Lichtpunkte auch wieder weg. Wohin auch immer. Den sichtbaren Vorteilen wohnt auch etwas Fragiles inne. Aber es ist hochproduktiv, wenn die Geschäftsprozesse „just in time“ mit den nötigen Informationen verschmelzen. Dabei ist das Internetleben so atemberaubend.

Ich weiß nicht, wie sich das Bauen und das Geld in 2014 entwickeln werden. Bedingt durch die gesellschaftlichen Beziehungen kann vieles geschehen. Es sieht nach Aufschwung aus. IT-bezogen werden sich modellbasiertes Arbeiten, mobile und vernetzte Anwendungen weiter verbreiten. Es bleibt spannend und auch wir werden sie mehrfach überraschen.

Auf das Neue Jahr bezogen meinte Erich Kästner: „Wird‘s besser? Wird’s schlimmer fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gesundheit, Glück und eine optimistische Lebensfreude.

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller

Weiterführende Fachinformationen:
Bauen, Baumarkt, Geld, Internet

Kommentare (0)

Kommentar abgeben:
Name
Überschrift
Kommentar
Bitte geben Sie die Zeichen ein, die rechts im Bild angezeigt werden:
www.bauprofessor.de - Die neue Suchmaschine für Baufachinformationen Home | Kontakt | Impressum