BAU 2007 - Steigen mit der gefühlten Zuversicht auch die Baupreise?

BAU 2007 - Steigen mit der gefühlten Zuversicht auch die Baupreise?
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

BAU 2007 - Steigen mit der gefühlten Zuversicht auch die Baupreise?

05.02.2007

Vom potentiellen Konjunkturkiller Mehrwertsteuererhöhung hört man derzeit wenig. Dagegen scheint der milde Januar die Konjunktur Warmzuhalten. Und der Bau arbeitet durch. Mit der neuen Winterbeschäftigungsumlage 2006/07 zur Vermeidung der Winterarbeitslosigkeit haben kleinere Bauausführende Firmen nicht wie gewohnt vor Weihnachten ihre Mitarbeiter in den Winterschlaf entlassen. Dies zahlt sich nun aus. Die zahlreichen Auftragseingänge vom Herbst und manche neue werden flexibel, je nach Wetterlage abgearbeitet.

Man bleibt optimistisch und die Bauindustrie erwartet 2007 ein Umsatzwachstum von 3,5%. Ein Auftakt nach Maß war die Messe "BAU 2007" in München vom 15.-20.1.2007. Mit einem neuen "Rekord von 206.000 Fachbesuchern und einer Hochstimmung bei den Ausstellern" bestätigt sie den Trend. Die Hoffnungsfreude habe ich selbst in vielen Gesprächen und als Aussteller erlebt. Betreffs der Neuheiten auf der BAU-IT war mein Eindruck, dass die Bausoftwarebranche das Thema Kosten neu entdeckt hat. CAD- und AVA-Softwarehäuser werben mit innovativen Kostentools verschiedenster Ausrichtung.

Aber wie werden sich die Kosten und Baupreise in 2007 entwickeln?

Die Kostenschübe sind schon erkennbar. Besonders wurden die direkten Preiserhöhungen bei den Baustoffen bereits in 2006 offensichtlich. Mineralölerzeugnisse waren speziell betroffen und sind über 30% geklettert. Stoffpreisgleitklauseln werden in der Periode der Preisanstiege bei Baumaßnahmen mit längeren Bauzeiten wieder vereinbart. Es gibt aber auch indirekte Preiserhöhungen wie z.B. steigende Transportkosten oder geringere Rabatte. Die angehobenen Materialpreise frei Baustelle werden in 2007 eine nachhaltige Steigerung der Baupreise zur Folge haben. Bei einem Anteil der Materialkosten von ca. 25 bis 35% am Bauumsatz, wirken sich 10% Materialpreisanstieg mit mehr als 3% Baupreisanstieg aus.

Die Löhne und Baupreise sind eng aneinander gebunden. Hier gibt es ein netzwerkartiges Zusammenwirken von legalen, subventionierten und illegalen Löhnen. Auch bestehen Differenzen zwischen Ost und West von ca. 25%, die z.B. beim gesetzlichen Mindestlohn LG 2: 9,80 €/h und 12,30 €/h betragen.

Am 14.2.2007 beginnen die Tarifverhandlungen und die IG-Bau fordert für die über 700.000 Beschäftigten ein deutliches Lohnplus von 5,5%. Die Sozialkassen sind die Nutznießer. 100,- € mehr Lohn bedeuten 60,- € mehr netto in der Tasche und 180,- € mehr Lohnkosten. Dieser Faktor von 1:3 ist das eigentliche Problem. Aber für die tarifgebundenen Firmen entsteht daraus ein Kostenschub. Bei einem Anteil der Lohnkosten von ca. 40% am Bauumsatz, wirken sich 1% Lohnsteigerung mit 0,7-0,8% Baupreisanstieg aus.

Lässt dies der Markt zu, steigen die Baupreise. Oder: Bestimmte Dienstleistungen am Bau werden ausgelagert und es machen andere oft auch grenzüberschreitend - die Nachunternehmer alias Sub’s oder die Sub’s von den Sub’s usw.

Die Baupreise werden steigen. Dafür sprechen nicht nur die realen Kostenschübe. Im Markt hört man auch solche Signale, wie z.B. "Leider müssen wir noch Altaufträge mit schlechten Preisen abarbeiten." Heißt dies im Umkehrschluss: "Neuaufträge haben höhere Preise?" Wahrscheinlich, denn nach 10 Jahren Abschwung gab es 2006 erstmals wieder Wachstum, z.B. beim gewerblichen Bau +4,7% und beim öffentlichen Bau +1,6%.

Ziehen die Baupreise auch konjunkturell an: "Nichts Genaues weiß man nicht", oder doch?

In alter Frische!

Ihr Klaus Schiller


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