Bautarife und Baupreise in der Wertschöpfungskette am Bau

Bautarife und Baupreise in der Wertschöpfungskette am Bau
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Bautarife und Baupreise in der Wertschöpfungskette am Bau

01.07.2014

Die Tarifrunde Bau 2014 bringt Veränderungen. Im Juni 2014 wurde der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe verbindlich. Die Industriegewerkschaft BAU und die deutschen Verbänden von Baugewerbe (ZDB) und Bauindustrie (HDB) haben sich geeinigt. Ein Akt, der aller Jahre wieder die Löhne und Gehälter der im Bauhauptgewerbe Beschäftigten an die gestiegenen Verbraucherpreise anpassen soll. Bautarife sind eine ausgewogene Antwort im Geflecht von Inflation, Konjunktur und Produktivität. Sie sind auch selbst ein Bestandteil von vielfältigen „Lohn-Preis-Spiralen“. Sei es als Reaktion oder als Aktion im Marktpreisgefüge.

Die neuen Tarifverträge sind zum 1.Juni 2014 in Kraft getreten. Weitere Änderungen werden in 2015 und 2016 wirksam. Außer den bereits gültigen Mindestlöhnen steigen die Löhne der gewerblichen Arbeitnehmer und die Gehälter der Angestellten und Poliere sowie die Ausbildungsvergütungen. Bei der Lohnentwicklung ist der Ecklohn als Tarifstundenlohn (TL) für die Lohngruppe 4 (Spezialbaufacharbeiter/Baumaschinenführer) die Basis für die anderen Lohngruppen. Hinzu kommt noch der Bauzuschlag von 5,9%. Für den Ecklohn wurde eine Erhöhung in folgenden zwei Stufen vorgesehen:

 

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ab 1.6.2014 

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ab 1.6.2015 
Tarifgebiet Ost    3,8 %
von 15,17 auf 15,75 €/h 
  3,3 %
von 15,75 auf 16,27 €/h 
 
Tarifgebiet West    3,1 %
von 16,64 auf 17,16 €/h 
  2,6 %
von 17,16 auf 17,61 €/h 

Der Ecklohn plus 5,9% Bauzuschlag ist ein gehobener Mittellohn. Damit wird deutlich, dass die Kalkulationslöhne für die Angebotskalkulation steigen werden. Dies wird noch flankiert durch die geänderten Kilometersätze ab 1.1.2015 bzgl. der Lohnnebenkosten und der betrieblichen Altersversorgung (Tarifrente) ab 1.1.2016 im Rahmen der Lohnzusatzkosten. Mit den Tarifen steigen die Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) betreffs der direkten Lohnkosten. Aber auch die Gehälter der Poliere und Angestellten sind betroffen. Indirekt erhöhen sich dadurch die Baustellengemeinkosten (BGK) und die Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) wegen der darin enthaltenen Personalkosten.

Tarifänderungen sind Umverteilungsprozesse und wirken auf die Wertschöpfungskette am Bau. Diese vollziehen sich über die Kosten, den Gewinn/Verlust und über die Baupreise. Die Wertschöpfung ist die Differenz aus den bepreisten Bauleistungen abzgl. der eingekauften Stoffe, Geräte und Fremdleistungen. Sie ist der eigene Anteil an der Leistungserbringung.

Die Wertschöpfung wird in Form von Löhnen bzw. Gehältern an die Mitarbeiter und als Gewinn/Verlust an die Inhaber/Kapitalgeber ausgezahlt. Und wer bezahlt die Tarife: Inhaber, Kunden oder Mitarbeiter? Sind es die Inhaber durch geringere Gewinne bzw. Verluste oder die Kunden durch höhere Baupreise oder die Mitarbeiter durch produktiveres Arbeiten? Der wirkliche Ausgleich erfolgt im Markt durch optimale Kosten und Wettbewerbsfähigkeit.

Je höher der Personalkostenanteil, desto spürbarer sind Tariferhöhungen. Über 50% sind es in der Baubranche. Auch die Vielfalt von Bauleistungen ist enorm. Zwangsläufig werden für neue Angebote die Tarife in die Kalkulation von Baupreisen einfließen. Widergespiegelt als aktuelle Orientierungspreise für die Fülle von Bauleistungen auf www.baupreislexikon.de

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller


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