Kostenelemente, Leistungsprogramme und Preiskennzahlen

Kostenelemente, Leistungsprogramme und Preiskennzahlen
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Kostenelemente, Leistungsprogramme und Preiskennzahlen

02.03.2009

Die Geheimnisse unserer Welt liegen in den Rezepturen. Verschlüsselt in Zahlen. So auch bei Bauen und Geld. Ein Geflecht von Mengen- und Wertgerüsten. Bauwerke bestehen aus Bauteilen, die beim realen Bauen konkrete Leistungen verursachen. Aufgegliedert nach Menge und Güte im Leistungsverzeichnis (LV). Einer speziellen Rezeptur auszuführender Leistungen. Mit Einzelkosten bzw. Einheitspreisen.

Die Bauteile sind das Bindeglied zwischen Bauwerk und Bauleistungen. Egal ob sie lt. VOB/A § 1 "hergestellt, instand gehalten, geändert oder beseitigt" werden. Sprich: Neubau, Baureparaturen, Bauen im Bestand oder Rückbau. Die Bauteile mit ihren Eigenschaften und gegenseitigen Beziehungen im Rahmen eines Bauwerkes sind Objekte mit einer greifbaren Rezeptur von Leistungen. Verknüpft mit Kosten ergibt dieser bauteilorientierte Ansatz die Methode der Kostenelemente. Gebündelt und verursachungsgerecht werden 1 bis n Teilleistungen aus der Besonderheit eines Bauteils generiert. Eine Checkliste von Einzelleistungen mit Mengen und Kosten.

Praktiziert durch DBD-Kostenelemente. Bald auch im Baupreislexikon nutzbar.

Bauteilorientiert sind auch Zeichnungen und Skizzen von Bauwerken. Diese graphischen Beschreibungen bilden vereinfacht ein Bauwerk ab. Ein Modell von bauteilorientierten Eigenschaften und Beziehungen. International standardisiert als IFC-Objektmodell, z.B. für den Datenaustausch von Bauzeichnungen. Auch per PDF-Datei ab Adobe 9.0. Es wird spannend. Die Verschmelzung von Kostenelementen und IFC-Objektmodell. Mit DBD-Kostenkalkül entsteht daraus gerade eine neuartige, sehr effiziente graphische Kostenermittlung. Durch Umwandlung einer bildhaften Graphik in alphanumerische Leistungen. Sogar für Satellitenbilder.

Die bauteilorientierte Denkweise verbindet Grafik und Alphanumerik, d.h. bildhafte Strukturen, Texte und Zahlen. Durch Verwandlung der Baubeschreibungen.

Konstruktive Bauteile oder funktionale Bauwerke können zusammenfassend auch als Leistungsprogramm (LP) beschrieben werden. Die VOB/A § 9 nennt zwei Formen der Leistungsbeschreibung: LV und LP. Bekannt ist das LP vor allem als funktionale Leistungsbeschreibung. Konzentriert dargestellt. Ein Programm von Leistungen. Für die Kalkulation aufzulösen in ein LV. Der Aufwand wird oft von der Planung in Richtung Bauausführung delegiert. Mit der bauteilorientierten Praktik von IFC und Kostenelemente effektiv lösbar. Auch für das Bauen im Bestand.

Ein Zahlengefühl für konstruktiv oder funktional bedingte Leistungsprogramme ist auch ohne Aufschlüsselung der gebündelten Leistungen durch Preiskennzahlen bzw. Kostenkennwerte möglich. Zum Abschätzen oder zur Plausibilitätskontrolle. Solche Preiskennzahlen werden aus Kostenfeststellungen vorangegangenen Bauens abgeleitet. Von einem Ganzen wird auf ein anderes Ganzes gefolgert. Statistisch vereinte Kosten werden in Bezug zugehöriger Mengen nach Kostengruppen (DIN 276) oder nach Grundflächen und Rauminhalten (DIN 277) vergleichbar gemacht. Über Vergleichsobjekte vom Brutto-Rauminhalt, Bruttogeschoß- bis zur Nettofläche:
z.B.: Verwaltungsgebäude
350,- €/m3 BRI
1.140 €/BGF
2.150 €/NF

Auch ist der Bezug zu Gebrauchs-, Nutzungs- und Bauteileinheiten üblich. Vor- und Nachteile liegen auf der Hand. Der Vertrauensbereich der statistischen Größen kann sehr streuen. Auch die Pflege eigener regionaler Erfahrungswerte für Bauwerke unterschiedlicher Ausprägung ist kritisch.

Über die Vernetzung von Leistungsprogramm und Kostenelementen favorisiere ich zukünftig dynamische Preiskennzahlen mit Leistungs- und Kostenschlüssel.

In alter Frische!

Ihr Klaus Schiller


Kommentare (0)

Kommentar abgeben:
Name
Überschrift
Kommentar
Bitte geben Sie die Zeichen ein, die rechts im Bild angezeigt werden:
www.bauprofessor.de - Die neue Suchmaschine für Baufachinformationen Home | Kontakt | Impressum