Die VOB 2009 erreicht nach vielen Etappen bis Mai 2010 die Zielgerade

Die VOB 2009 erreicht nach vielen Etappen bis Mai 2010 die Zielgerade
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Die VOB 2009 erreicht nach vielen Etappen bis Mai 2010 die Zielgerade

01.04.2010

Angekündigt war sie bereits für den 1.4. und 1.7.2009. Am 18. Mai 2009 hat der Vorstand des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschusses für Bauleistungen (DVA) die Neufassung der VOB 2009 beschlossen.

Verbindlich wird sie mit den aktuell verknüpften Gesetzen. Speziell war die Vergabeverordnung (VgV) noch offen. Der gesetzgeberische Akt hierzu fand im Wahljahr 2009 nicht statt. Das neue Bundeskabinett hat am 27.1.2010 die überarbeitete Vergabeverordnung verabschiedet. Am 26.3.2010 stimmte zuletzt der Bundesrat der VgV zu. Mit der anstehenden Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt gilt dann die Vergabeverordnung. Für den Bau ist zeitnah der Einführungserlass vom BMVBS zur VOB 2009 zu erwarten.

Der Countdown läuft. Die Vergabe- und Vertragsordnung ist die Bibel der am Bau Beteiligten. Von der Vergabe über den Bauvertrag bis zur Abrechnung. Es geht um Bauen und Geld. Die Kenntnis der Regeln bringt Wettbewerbsvorteile. Und wenn sich diese ändern, sollte man sich vorab informieren. Die Gesamtausgabe der VOB 2009 besteht aus der VOB/A (DIN 1960), VOB/B (DIN 1961) und den 62 ATV der VOB/C (DIN 18299 bis DIN 18459).

Die VOB Teil A ist schon im Bundesanzeiger Nr.155 vom 15.10.2009 und Nr.32 vom 26.2.2010 (Korrektur) bekannt gemacht worden. Die VOB/A wurde gekürzt. Die Regelungen wurden reduziert, um das Vergaberecht zu vereinfachen. Einige alte Regelungen wurden unter einem einzigen Paragraphen zusammengefasst.

Inhaltlich neu sind:

  • Schwellenwerte und Einschränkung von Sicherheitsleistungen
  • mögliche Nachreichung von Erklärungen und Nachweisen,
  • kein zwingender Ausschluss von Angeboten aus rein formalen Gründen.

Die VOB Teil B wurde ebenso im Bundesanzeiger Nr.155 vom 15.10.2009 bekannt gemacht. Insbesondere wurde deren Privilegierung eingegrenzt. Die VOB/B ist nicht mehr standardgemäß zur Anwendung gegenüber Verbrauchern (Bürgern) vorgesehen.

Die Teile A und B der VOB 2009 sind längst unter www.bmvbs.de öffentlich. In meinem Blog VOB-Inhalte im Netzwerk von Baunormen und praktischen Erläuterungen vom 1.9.2009 habe ich schon darauf hingewiesen. Die Inhalte sind bekannt und werden nun aktuell und verbindlich.

Bisher unveröffentlicht sind die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) für Bauleistungen. Zusammengefasst in der VOB Teil C. Die in der VOB 2009 enthaltenen Normen werden bereits zuvor mit dem Ausgabedatum 2010-04 vom DIN herausgegeben. Dabei wurden 18 ATV fachtechnisch und 20 ATV redaktionell überarbeitet. Bei allen ATV erfolgt im Abschnitt 0. der Verweis auf die neue VOB/A. Damit beginnt die letzte Etappe der VOB 2009. Und dies ist kein Aprilscherz. Es wird ernst.

Im Vorab kann man sich über die DIN-Normen auf die VOB 2009 vorbereiten. Gravierend ist z.B. die Änderung des Böschungswinkels für die Bodenklasse 3 und 4 von bisher 40 Grad auf 45 Grad. Mit dem Raummaß für Speicher- und Versickerungselemente, den begrünbaren Pflasterdecken oder der Abdichtung unter Intensivbegrünungen seien nur einige ATV-Neuheiten genannt.

Pünktlich am 1.4.2010 stellt auch www.baunormenlexikon.de die aktuellen Informationen zur VOB 2009 bereit. Vielfältig erläutert und bildhaft kommentiert. Inhaltlich werden alle 3 Teile komplett vernetzt und mit anderen praktischen Fachinformationen verkettet.

Die VOB 2009 auf Raten nähert sich der Zielgeraden. Ebenso seine fachliche Integration. Nach dem Inkrafttreten der VOB 2009 möchten wir im Mai der Baufachwelt vernetzte Inhalte in einer neuen Dimension präsentieren. Und VOB-Inhalte gehören dazu.

In alter Frische!

Ihr Klaus Schiller


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