Vom Plan zur Kostenberechnung sowie zum Pauschal- oder Einheitspreisvertrag

Vom Plan zur Kostenberechnung sowie zum Pauschal- oder Einheitspreisvertrag
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Vom Plan zur Kostenberechnung sowie zum Pauschal- oder Einheitspreisvertrag

02.11.2009

Am Anfang des Bauens steht der Plan. Neubauzeichnungen oder Bestandspläne. Und sofort stellt sich die Frage nach den Kosten. Für die Bauherren und Planer sowie für die Baufirmen.

Sichere Kosten stehen im Einklang mit der Qualitäts- und Vertragssicherheit. Der Bauherr als Auftraggeber will erfahren, was er für sein Geld bekommt. Und der Auftragnehmer sollte in der Ausführung wissen, wie viel Werksleistung für welche Vergütung zu erbringen ist. Darin liegt der Sinn der Bau- und Leistungsbeschreibung samt Pläne. Von der Zeichnung über das Leistungsprogramm (LP) bis zum Leistungsverzeichnis (LV). Alles miteinander verwoben. Das LV fließt logisch aus der Zeichnung. Die Kalkulation direkt vom Plan. Dank intelligenter Datenmodelle. Mit der maßstäblichen Zeichnung können Mengen automatisch nach Gauss-Elling abgegriffen werden. Und bauteilorientiert sind die Qualitäten bestimmt. Praktisch nach Standards realisiert mit „DBD-Kostenkalkül“. IFC-Objekte und GAEB-LV’s verknüpft mit Dynamischen BauDaten. Das Ergebnis sind LV-Positionen mit Baupreisen, lokal aufgesplitteten Mengen, Einzelkosten, Lohn- und Materiallisten usw. Aus bildhaften Plänen leiten sich direkt Leistungsbeschreibungen und Kostenkalkulationen ab.

Neue Wege der Kostenberechnung nach DIN 276 für Planer und Architekten. Auch weil die Kostenverantwortung mit der HOAI 2009 enorm wächst. Vor der Vergabe sind die Kosten qualifizierter auf Basis detaillierter Mengen- und Wertgerüste zu ermitteln. Wo treten welche Bauleistungen in welchen plausiblen Mengen auf. Nach Lokalitäten aufgegliederte Mengen. Die Werte im Sinne von Qualitäten. Bewertet mit Geld. Der Plan bedingt die Inhalte des LV. Die Schnittstelle Kostenberechnung zum LV lässt verschiedene Vertragstypen zu. In der Unsicherheit von realen Mengen und kompletten Teilleistungen zwischen SOLL und IST.

Einheitspreisvertrag:   Mengen- und Vollständigkeitsrisiko hat Auftraggeber (AG) 
Detailpauschalvertrag:  Mengenrisiko hat AN, Vollständigkeitsrisiko hat AG 
Globalpauschalvertrag:  Mengen- und Vollständigkeitsrisiko hat Auftragnehmer (AN) 

Der Einheitspreisvertrag oder detaillierter Pauschalvertrag wird durch das Ausschreiben von LV’s vorbereitet. Die Leistungen sind aus der Sicht des Bauherrn vollständig zu beschreiben. Ansonsten drohen Nachträge. Das Vollständigkeitsrisiko trägt der Bauherr. Die Mengen sollten mit einer Genauigkeit von 3 % und für den Einheitspreisvertrag nach den Regeln der VOB/C ermittelt sein. Bei der Detailpauschalisierung wird das detaillierte LV kalkuliert und der Vertragspreis pauschalisiert. Dann trägt der Auftragnehmer das Mengenrisiko und das Aufmass entfällt. Immerhin ein Aufwand von ca. 0,5 bis 0,8 % der Bausumme.

Der globalisierte Pauschalvertrag folgt oft auf funktionale Leistungsbeschreibungen. Dabei fehlen LV’s und Mengenermittlungen. Meist gibt es nur wenige und grobe Zeichnungen.

Gleichwie: Die Pläne verursachen durch auszuführende Leistungen die Kosten. Und wer die Kosten kennt, hat gute Karten für einen erfolgreichen Vertrag. Dafür sind reale Mengen und Teilleistungen immer von Vorteil. Egal ob über ein externes Ausschreibungs-LV oder in einem internen Kalkulations-LV. Letztendlich entscheidet das sichere Kostenmanagement.

Mit dem DBD-Kostenkalkül werden Mengen und Leistungen aus Plänen abgeleitet. Zuerst durch eine graphische Mengenermittlung von Bilddateien. Dann bauteilorientiert mit eigenen oder DBD-Kostenelementen vervollständigt. Das Ergebnis sind Mengen, Leistungen und hiermit verknüpfte Baupreise sowie Kostenansätze.

Dadurch lassen sich Leistungsverzeichnisse erstellen. Kosten berechnen. Es können aber auch Mengen hinterfragt oder Leistungen auf Vollständigkeit gecheckt werden. Vom Planer über den Generalunternehmer bis zur graphischen Kalkulation im Handwerk. Für jeden Vertragstyp ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten. Vom Aufstellen bis zum Prüfen.

Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass die Zeit der graphischen Mengenermittlung herangereift ist. Der internationale IFC-Standard ist praxistauglich und wird zunehmend mehr anwendungsorientiert vernetzt. Auch für Ausschreibung und Kalkulation. Diese werden dadurch noch effektiver und sicherer. Hierzu empfehle ich DBD-Kostenkalkül.

In alter Frische!

Ihr Klaus Schiller


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