Normen und Standards zu BIM in und außerhalb Deutschlands

Normen und Standards zu BIM in und außerhalb Deutschlands
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Normen und Standards zu BIM in und außerhalb Deutschlands

01.10.2014

Normen und Standards sind Regeln der Technik. Laut „Normen und Wettbewerb“ vom Beuth Verlag sind sie „ein wichtiger Katalysator unserer technischen Gesellschaft“. Ohne sie würde vieles nicht oder nur schlecht funktionieren. Dies gilt aktueller denn je auch für die Digitalisierung unserer Wirtschaft. Und bei der „Informatisierung der Prozesse“ im Bauwesen wird das digitale Bauen zunehmend durch das Building Information Modeling (BIM) geprägt.

Der Zeitgeist für BIM ist gekommen. Er entfaltet sich geistig objektiv aus der digitalen und modellbasierten Arbeitsweise. Die BIM-Aktivitäten außerhalb und innerhalb Deutschlands nehmen deutlich zu. Dies wurde im überbuchten BIM-workshop „Normungsarbeiten zu BIM in Deutschland“ am 11.9.2014 beim DIN Deutsches Institut für Normung e.V. deutlich. Eine deutsche BIM-Strategie beinhaltet auch die Teilnahme Deutschlands an der internationalen BIM-Standardisierung. Hierzu wurden „alle interessierten Kreise aufgerufen, Vertreter in das Spiegelgremium beim DIN zu entsenden, um Deutschland eine fundierte Stimme bei den Normungsarbeiten zu BIM auf europäischer Ebene zu geben“.

Das digitale Modellieren und seine Modelle sind eine Approximation an die Bauwirklichkeit. Man nähert sich dieser durch Vereinfachung. Aber BIM ist mehr als nur eine gedankliche Vorwegnahme des räumlichen Bauteilgefüges vom Planen zum Bauen. Mit BIM erfolgt auch eine Widerspiegelung des vorhandenen räumlichen Bauteilgefüges für das Betreiben und das Bauen im Bestand. Dabei spielt der Modell- und Datenaustausch zwischen Planern, Bauausführenden und Betreibern eine große Rolle. Dafür bedarf es standardisierter Regeln.

Neben den internationalen ISO- und europäischen CEN-Standardisierungsaktivitäten zu BIM beginnen in Deutschland ebensolche beim Verein der deutschen Ingenieure (VDI) und beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN). Ein Gärungsprozess zur BIM-Aufklärung kommt in Gang. So sind VDI-Richtlinien im VDI-Koordinierungskreis “Building Information Modeling” vorgesehen. Und bis zum Jahresende wird mit der DIN SPEC 91400 eine konkrete BIM-Klassifikation nach STLB-Bau erscheinen.

Normen und Standards sind gut. Es kommt aber darauf an, dass deren Anwendung den Nutzern auch Nutzen bringt. Die besten Normen und Standards sind solche, die praktisch funktionieren ohne dass man sie bemerkt. Ein „BIM einfach machen“ wird vom Wesen her durch das räumliche Bauteilgefüge geprägt. Es ist deshalb sinnvoll die Bauteileigenschaften zu standardisieren und sie mit den IFC-Elementen der ISO 16739 zu verknüpfen. Dies soll mit der DIN SPEC 91400 durch menschen- und maschineninterpretierbare Spezifikationen für Bauteile erfolgen. Damit wird ein bausemantischer BIM-Datenaustausch mit IFC möglich.

Für die Anwender sollte das im Hintergrund erfolgen. Die standardisierten Eigenschaften der Bauteile sind in die Prozesse verschiedenster Softwarelösungen einzubetten. Eine vernetzte Form ist DBD-BIM als webbasierte integrierte Daten mit BIM-integrierten Fachwissen sowie modellbasierten Leistungsbeschreibungen und Kostenermittlungen. DBD-BIM kann z.B. auch über ein Autodesk Revit® Plug-In einen offenen und neutralen IFC-Datenaustausch an den dafür vorgesehenen Stellen so mit Bauteileigenschaften füllen, dass sie von dem Einen und dem Anderen am Datenaustausch Beteiligten trotz unterschiedlicher Applikationen im gleichen baufachlichen Sinne verstanden werden.

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller

Zum Download: Normungsarbeiten zu BIM in Deutschland


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