Baupreise und Baubedarf im Kreislauf der Jahre und im Wandel der Zeit

Baupreise und Baubedarf im Kreislauf der Jahre und im Wandel der Zeit
Schiller-Blog - Der Schillernde Blick auf die Baubranche

Baupreise und Baubedarf im Kreislauf der Jahre und im Wandel der Zeit

02.01.2012

Zeit ist Veränderung. Und zum Jahreswechsel wird uns das emotional bewusst. Eine gefühlte Zeitenwende zwischen den Jahren. Inmitten von Weihnachten und Silvester. Ein besonderer Moment zum Innehalten. Auch Erich Kästner sinnierte romantisch:

„Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise.
Und werden kann nur, was schon immer war.
Geduld mein Herz. Im Kreise geht die Reise.
Und dem Dezember folgt der Januar.“

Im bauwirtschaftlichen Jahresrückblick wissen wir, was war. Ein verrücktes Jahr. Es begann wie immer mit dem Winter. Begleitet von Euro- und Finanzkrise. Eine Angst ums Geld war zu spüren. Und die Menschen flüchten in Gold und Beton. Geistig entstand ein Klima aus dem sich mit steigenden Temperaturen rasant ein Baufieber entfaltete. Wie von selbst explodierte in einer Kettenreaktion ein Baubedarf. Schon im Mai wurde man als Bauherr vertröstet. Im Herbst erbettelte man die Bauleistung. Viele Firmen suchten nicht Bauaufträge, sondern Leiharbeiter. Manche Chefs sagten mir: "So etwas haben wir noch nicht erlebt." In den boomenden Bausparten spielte die Kalkulation von Baupreisen keine Rolle mehr. Mit üppigen Fixpreisen war bei solch einer Nachfrage ein guter Jahresüberschuss nicht mehr zu verhindern.

Kaufmännisch wird der Gewinn des Einen von einem Anderen bezahlt. Im Kreislauf des Geldes. Die Angst vor Geldentwertung verbunden mit dem Lockruf niedriger Zinsen kann teuer werden. Irgendwann ist mit versteuertem Einkommen zu tilgen. Mancher Bauherr wird dann merken, dass man Geld auch über Bauen entwerten kann. Und bei Pfusch am Bau kann man sich sogar selbst enteignen. Auch beim Geld geht die Reise im Kreise. Das Geld ist nicht weg, es haben nur Andere. Und wenn es die Bauleute haben, dann ist es gut so.

Im hoffnungsvollen Blick nach vorn weiß ich nicht, was kommt. Auch wenn die Reise scheinbar im Kreise geht. So war doch der Dezember 2010 im Vergleich zu 2011 völlig verschieden. In 2010 konnte man im Außenbereich ab dem 1. Advent nicht mehr Bauen. In 2011 hat man am 23.12. noch Fassaden gestrichen. Aber nicht nur das Wetter, auch das Verhalten der Menschen ist launisch. Deren Willen oder Zwang zum Bauen ist wechselhaft. Ein "chronisch oszillierender Baubedarf". An diese akademisch kabarettistische Formulierung aus meiner TU-Zeit muss ich denken. Damals belächelt und gescholten, weil der Baubedarf ja "geplant" wurde. Aber das konkrete Leben lässt sich nur teilweise planen. Überraschungen gibt es genug. Ein ewiges Pulsieren von Angebot und Nachfrage ist logisch. Denn Wetterkapriolen und "Märkte" erfordern ein Bauen, das vorher niemand vermutete. Und wenn wir darauf immer wieder flexibel reagieren, scheint die Reise wieder im Kreise zu verlaufen. "Nach dem Spiel, ist vor dem Spiel."

Nach dem hektischen Jahr 2011 wünsche ich allen am Bau Beteiligten für das Neue Jahr alles Gute. Finanziell sollte vorgesorgt sein. Schöpfen sie daraus die Kraft und den Optimismus für das Kommende. Vermeiden Sie weitgehend Fehler. Investieren Sie klug. Denn die Zeiten ändern sich. Erst Kalkulieren und dann Spekulieren. Hierzu sollte man technologisch aufrüsten und sich weiterbilden. Bestimmt können Ihnen auch nextbau, DBD-Kostenkalkül und www.bauprofessor.de weiterhelfen.

Ich sage Danke für 2011. Und für 2012 wünsche ich Ihnen Gesundheit, Erfolg und Lebensfreude. Auf ein glückliches Neues Jahr.

In alter Frische!

Ihr Klaus Schiller


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