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Die Phasen des GAEB-Datenaustausches im BIM-Prozess

01.08.2016

Das Wesen von BIM ist das räumliche Bauteilgefüge und das Leitmotiv ist der Prozess des Modelling als fachübergreifendes Arbeiten am Bauwerksmodell. Mit Informationen wird digital modelliert und aus dem Modellierten werden denkbare Informationen abgeleitet, die in weitere Fachanwendungen und deren Fachmodelle fließen. Das modellbasierte Arbeiten beinhaltet die Entwicklung des Bauwerksmodells und das koordinierte Zusammenwirken mit anerkannten Fachmodellen der Baupraxis. Die Abbildung aller Daten eines Bauvorhabens in einem kompletten BIM-Modell wäre vergleichbar mit einer „eierlegenden Wollmilchsau“.

Einzelne Fachmodelle sind klarer als ein Komplexmodell und einfacher anzuwenden. So sind der Aufbau und die Gliederung von Leistungsverzeichnissen rationell und im elektronischen Transfer als GAEB-Datei bei vielen Softwarelösungen praktischer Alltag. Vernetzt mit den Abläufen in BIM werden die in GAEB standardisierten Datenaustauschphasen selbst ein Teil des BIM-Prozesses. Dafür bietet sich förmlich das Multimodellkonzept an, weil es die Beziehungen zwischen dem Bauwerksmodell und dem LV-Modell organisieren hilft und in Form des „BIM-LV-Containers“ eine vernünftige prozessorientierte Kommunikation bietet.

Angeregt von der RIB Software AG, die im Rahmen des BMBF-Projektes Mefisto solch einen Multimodellcontainer bereits praktisch erprobte, wird derzeit bei DIN die DIN SPEC 91350 erarbeitet, welche die Anforderungen an die Datenstruktur und den Inhalt von „BIM-LV-Containern“ konkretisiert. Diese elektronische Spezifikation definiert einen verlinkten BIM Datenaustausch von standardisierten Bauwerksmodellen, z.B. nach ISO 16739 (IFC) und Kosten- und Leistungsverzeichnissen, z.B. nach PAS 1067 GAEB DA XML.

Bauwerksmodelle und Leistungsverzeichnisse werden dabei als fachspezifische Ausprägung des Multimodellcontainers für die im BIM-Prozess praktizierten Datenaustauschphasen, z.B. nach Leistungsbeschreibung (X81), Kostenanschlag (X82) oder Rechnung (X89) verbunden. Dies basiert lt. DIN SPEC auf „Identifikatoren“ für raum- und bauteilorientierte Elemente und Teilleistungen mit einem Linkmodell. Die Bauwerksmodelle, die Leistungsverzeichnisse, die Linkmodelle sowie eine XML-basierte Beschreibung durch Metadaten werden zusammen in einer komprimierten Archivdatei als „BIM-LV-Container“ ausgetauscht.“

Damit können Softwareanwendungen nach der DIN SPEC 91350, „intern hergestellte Verbindungen, z.B. zwischen konkreten Bauteilen des Bauwerksmodells und konkreten Teilleistungen von Leistungsverzeichnissen, standardisiert miteinander austauschen.“ Die Veröffentlichung der DIN SPEC 91350 durch DIN ist für den Herbst 2016 vorgesehen.

Der neutrale elektronische BIM-Datenaustausch von Fachmodellen erfolgt inhaltlich durch ein Phasenkonzept, wobei die Phasenstruktur nach GAEB-DA-XML ein Vorgehensmodell auch für eine praktisch vernünftige Gliederung von Teilaufgaben und Arbeitspaketen im BIM-Prozess ist. So können in den BIM-Phasen verschiedene Partner mit unterschiedlichen Interessen tätig sein. In der Kombination mit Dynamischen BauDaten werden wir solche „BIM-LV-Container“ mit DBD-Kostenkalkül und DBD-BIM bereitstellen. Dadurch können LV mit STLB-Bau und Bauwerksmodelle nach IFC verknüpft werden. Besonders effektiv wird dies mit den standardisierten Bauteileigenschaften der BIM-Klassifikation nach STLB-Bau.

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller

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