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Die Dualsemantik der Dynamischen BauDaten von STLB-Bau bis DBD-BIM

03.05.2017

Die Digitalisierung ist voll entbrannt. Angezündet wurde der digitale Wandel durch das Dualsystem. Der geistige Ursprung für duale Betrachtungen der Welt ist alt. Schon im 17. Jahrhundert hat Leibniz mit Dualzahlen gerechnet. Im 20. Jahrhundert erkannte man, dass sich mit den Dualzahlen (0 und 1) elektrische Zustände (Ja/Nein) digitalisieren lassen. Durch Anwendung der binären Logik hat Konrad Zuse im Mai 1941 diese Erkenntnisse mit der Z3 im ersten programmgesteuerten Rechner der Welt materialisiert.

Ähnlich dem dualen Rechnen lässt sich auch der Maßstab für Bedeutungen dual darstellen. In Analogie zu den Dualzahlen wird der Informationsgehalt durch eine Dualsemantik deutlich, mit der sich inhaltliche Bedeutungen durch Fragen (?) und Antworten (!) ausdrücken lassen. Entsprechend werden mit den Dynamischen BauDaten Fragen als Merkmale und Antworten als Ausprägungen digitalisiert und zusätzlich durch Wissen und Erfahrungen vernetzt. So können bereits standardisierte Merkmale und Ausprägungen zu Bauteilen oder Baustoffen im gleichen Sinne im räumlichen Bauteilgefüge von BIM und im Leistungsverzeichnis (LV) nach STLB-Bau benutzt werden.

Allein im STLB-Bau gibt es Zehntausende Merkmale und Hunderttausende Ausprägungen, die Millionen von „dualsemantischen“ Kombinationen ermöglichen, wie zum Beispiel:

Wanddicke? = 24 cm! oder Betondruckfestigkeitsklasse? = C20/25!

In der Kopplung von konkreten Fragen und Antworten entsteht der baufachliche Inhalt. So werden mit STLB-Bau modellbasiert Bauleistungen beschrieben und mit einem eindeutigen Schlüssel digitalisiert. Analog erfolgt dies mit den GUID-Codes der DIN SPEC 91400 „BIM-Klassifikation nach STLB-Bau“ für das modellbasierte Arbeiten am Bauwerksmodell nach der DIN EN ISO 16739 (IFC). Beide digitale Schlüssel verbinden inhaltlich BIM und LV.

DBD-BIM bietet hierfür die webbasierte Anwendung, die wie ein baufachliches Potentiometer die Fragen und Antworten vom groben IFC-Element bis zu den detaillierten Merkmalen und Ausprägungen der BIM-Objekte auffächert. Gleichzeitig werden dabei entsprechend des Level of Detail die Kosten, Leistungen und Regeln der Technik verknüpft. Kompatibel zu IFC und STLB-Bau liefert DBD-BIM modellbasierte BauDaten über eine Programmschnittstelle direkt in Softwarelösungen. Von CAD/BIM über AVA bis zur Bauauftragsrechnung.

Der besondere Effekt der dualen Semantik von STLB-Bau und DBD-BIM entsteht durch die räumliche Verlinkung der Bauteile mit den Bauleistungen. So verbinden die standardisierten Bauteileigenschaften digital-maschinell das modellbasierte Arbeiten am Bauwerksmodell mit den Leistungs- und Kostenmodellen. Zehntausende Verlinkungen werden datengesteuert über die dualen Wechselwirkungen von Merkmalen und Ausprägungen mit DBD-BIM und STLB-Bau erzeugt und können neutral in BIM-LV-Containern ausgetauscht werden.

Der neutrale Datenaustausch von BIM und LV nutzt dabei standardisierte Behältnisse und Inhalte zugleich. Der Behälter „IFC-Datei“ wird inhaltlich durch GUID‘s der DIN SPEC 91400 für Bauteileigenschaften gefüllt und der Behälter „GAEB-Datei“ durch STLB-Bau Schlüssel für die Leistungsbeschreibungen. Alle Daten zusammen können dann nach der DIN SPEC 91350 in Form von BIM-LV-Containern verlinkt ausgetauscht werden.

Damit lässt sich BIM einfach machen. Von der Ausschreibung bis zur Abrechnung. In der Tagung des DIN „BIM nutzt STLB-Bau und GAEB-Datenaustausch“ wird dies am 12. Mai 2017 in Berlin aus der Sicht der Normen und deren Anwendungen im BIM-Prozess gezeigt.

In alter Frische

Ihr Klaus Schiller


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